Das Konzept des "kontinuierlichen Verbesserungsprozesses" (KVP, jap. Kaizen) basiert auf der Festsetzung, Aufrechterhaltung und stetigen Verbesserung von Standards sowie der Eliminierung von Verschwendung. Die Kaizen-Philosophie umfasst dazu eine Vielzahl eigenständiger Methoden und Instrumente wie z. B. Just-in-Time, Wertstrom-Design, Total Quality Management und Total Productive Management (TPM).
TPM wird als umfassendes Programm zur nachhaltigen Beseitigung aller Verluste in Produktions- und Dienstleistungsprozessen verstanden. Verluste findet man als nicht wertschöpfende Elemente in allen Prozessen. Im TPM spielen daher die Identifikation, Darstellung und Analyse der ursächlichen Probleme eine grundlegende Rolle.
Die Web-Applikation TPM Toolset (TTS) übernimmt als sog.
"Problem-Speicher" die Erfassung, Auswertung und Überwachung von Problemen und Verbesserungsmaßnahmen in der Produktion – zugeschnitten auf die Anforderungen des Total Productive Management.
Die praktische Umsetzung des TPM in einem bestimmten produzierenden Unternehmensbereich wird durch eine Analyse der dortigen Prozesse eingeleitet. Die Prozess-Informationen werden in aller Regel durch systematische Audits vor Ort gesammelt. Diese Audits finden im Rahmen von sog. "Kaizen-Workshops" statt. Bei der initialen Einführung von TPM in einem bestimmten produzierenden Unternehmensbereich wird häufig ein 5S-Workshop durchgeführt, dessen Fokus gemäß dem Kaizen-Grundgedanken der kleinen Schritte u. a. auf der Sauberkeit und Ordnung im betroffenen Produktionbereich liegt.
Neben dem Erkennen und der Dokumentation von Missständen und Verlusten fordern die Workshops auch die Standardisierung der zugehörigen Lösungsmaßnahmen sowie die weitere permanente Beobachtung der betreffenden Bereiche. Durch die Absolvierung der grundlegenden Workshops wie z. B. 5S erreicht und festigt ein Unternehmensbereich bestimmte qualitative Standards, auf die weiterführende Workshops aufbauen. Zugleich können sich die angeeigneten Kaizen-Verhaltensweisen in der Breite des Unternehmens auf andere Prozesse ausdehnen. Das Unternehmen "lernt" somit schrittweise die Kaizen-Philosophie über die Praktizierung des TPM und gelangt sukzessive zu höheren TPM-Reifegraden.
Die im Laufe der TPM-Prozessanalyse durch Workshops identifizierten Fehler, Verluste und Missstände resultieren zumeist aus organisatorischen und operativen Problemen mit Produktionsanlagen und -verfahren z. B. in Bezug auf Ordnung, Sauberkeit, Sicherheit, Bedienungsmodalitäten oder Vorgangseffizienz. Diese ursächlichen Probleme sind durch standardisierte Lösungen grundsätzlich und langfristig zu beseitigen. Im modernen TPM ist daher die Identifikation, Darstellung und Analyse der Probleme von essentieller Bedeutung. Dabei ist die Menge der Probleme nicht zu unterschätzen. Die Erfahrungen des Kaizen Institute aus einer Vielzahl von Beratungsprojekten belegen, dass gerade bei Unternehmen, die TPM einführen, in den ersten Workshops mehrere Hundert Probleme festgestellt werden.
